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Epilepsie-FAQ
--> Alles was Ihr über Epilepsie bei Katzen wissen solltet

Eine Bemerkung vorab

Diagnose Epilepsie - egal ob beim Hund oder bei der Katze - haut jeden aus den Socken. Besonders da einige Tierärzte dieses Krankheitsbild nur aus der Theorie kennen und im seltensten Fall einen Anfall miterlebt haben. Lasst euch nicht von der Diagnose fertig machen, besonders dann nicht wenn euer TA sagt: "Tut uns leid, aber ihr Tier hat Epilepsie - wir müssen es einschläfern". Bei so einem Satz, schnappt euch euer Tier und wechselt den Arzt!

Epi ist KEIN Todesurteil!

Eine Diagnose bzw. die eindeutige Diagnose ob es wirklich Epilepsie ist, geht nicht von heute auf morgen. Und es kann auch sein, dass die gewählte Therapie nicht sofort die erwünschten Ergebnisse bringt. Was man unbedingt braucht ist Geduld und gute Freunde, die einen verstehen was man grade durchmacht. Keine Frage: einen Anfall mitzuerleben, haut jeden von uns (jedenfalls am Anfang) von den Socken! Man kann halt nur versuchen irgendwie selbst ruhig zu bleiben, wenn nicht dann heult man sich eben bei den anderen betroffenen aus und bekommt wieder Mut. Je mehr ihr darüber wisst, desto besser geht ihr mit der Krankheit um: Da es im Internet kaum Infos dazu gibt und Tierärzte (TÄe) kaum Erfahrungen haben

Einige nützliche Seiten im Web

- www.schmusekatzen.de --> hier befindet sich ein Epi-Forum für Katzen
- Biggi's Welt
- Mailingliste EpiCats: hier tauschen betroffene Katzenbesitzer Infos aus oder man kann sich einfach nur seiner Sorgen entledigen. Man hat einfach das Gefühl, dass man nicht alleine da steht http://www.egroups.de/join/epicats oder Anmeldung über die Schmusekatzen Homepage.

Freigang für Epileptiker?

Bevor ich es vergesse: eine EpiKatze hat nichts mehr draußen verloren! So leid es mir auch tut, aber mit dem Freigang ist dann Schluss! Stellt euch doch mal vor, die Katze bekommt draußen einen Anfall, liegt am Straßenrand, krampft mit Schaum vorm Mund - mögliche laienhafte Diagnose eines Passanten: Tollwut, er ruft die Polizei und die lassen die Katze von Amts wegen einschläfern. Oder sie rennt los und rennt blind vor ein Auto oder rennt nach einem Anfall völlig orientierungslos durch die Gegend und findet nicht mehr nach Hause. Also, lasst eure EpiKatzen im Haus. Es ist auch besser, die Katzen auch auf den gesicherten Balkon nur unter Aufsicht rauszulassen.

Diagnose

Leider lässt sich Epilepsie nur nach dem Ausschlussprinzip feststellen. Was heißt das konkret? Erst wenn alles anderen Ursachen ausgeschlossen wurden, dann ist es wahrscheinlich Epilepsie. Die Diagnose ist sehr langwierig und schwer.

Blutbild: Allem voran sollte man ein großes Blutbild machen lassen, den Urin und den Kot untersuchen lassen. Damit alle anderen Ursachen, die epi-ähnliche Anfälle (wie z.B. eine Vergiftung) provozieren, ausgeschlossen werden können.

Neurologischer Scan: Weiterhin kann man bei der Katze eine neurologische Untersuchung machen lassen. Sie ist völlig ungefährlich! Dabei werden die verschiedensten Reflexe der EpiKatze getestet. Ein Beispiel: die Reaktionszeit des Lidschlussreflexes, um nur einen zu nennen.

Punktion der Gehirnflüssigkeit: Hierbei wird der Katze unter einer Kurzzeitnarkose (ca. 15 min.) unterhalb des Nackens aus dem Rückenmarkskanal Gehirnwasser abgezogen. Man untersucht das Wasser auf etwaige Entzündungsherde oder tumorale Veränderungen im Gehirn. Meine Meinung dazu: auch wenn die Epi-Spezialisten mir dazu geraten hat, werde ich diese Untersuchung bei meinem Kater nicht durchführen lassen. Eine Bekannte die aus gesundheitlichen Gründen eine solche Punktion an mich machen lassen musste, erzählte mir von den Nebenwirkungen: 3 Tage lang hatte sie rasende Kopfschmerzen, die selbst nach der Einnahme von Tabletten nicht weggingen, sie konnte nicht mal auf die Toilette gehen, ohne dabei Schmerzen zu haben. Diese Schilderungen haben mich dazu veranlasst diese Untersuchung abzublasen. Aber ihr müsst selbst abwägen, ob ihr das eurem Tiger zumuten könnt oder nicht.

MRT und CO: Man kann bei einer Katze auch eine Kernspinntomografie machen lassen, aber hier meinte die Epi-Spezialistin, dass es für meinen Kater mit einen wahnsinns Stress verbunden wäre und sie dieses nicht befürwortet.

Formen der Epilepsie

Es gibt zwei verschiedene Formen der Epilepsie, die primäre und die sekundäre Epilepsie. Die primäre Epilepsie zeigt keine hirnorganischen Veränderungen, ist unheilbar, aber durch medikamentöse Behandlung *eventuell* beherrschbar. Die sekundäre Epilepsie kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden und muss durch eine Behandlung der auslösenden Ursache therapiert werden. Mögliche Ursachen der sekundären Epi: Hirnquetschungen, Thrombosen, Infektionsehrkrankungen, Entzündungen, Vergiftung, metabolische Störungen, Vergiftungen, Thyaminmangel, verpfuschte Narkose, Unfall / Verletzung im Schädelbereich, verpatze Impfung, Diabetes, Magnesiummangel und Zinkmangel (beim Menschen), Futterallergie. Epi kann auch angeboren sein, d.h. sie wurde von den Eltern vererbt. Stimmt die Therapie unbedingt mit einem erfahrenen TA oder Heilpraktiker ab - doktert bitte nicht eigenmächtig an der Katze rum. Wenn ihr merkt, dass das gewählte Mittel alles verschlimmert, dann setzt das Mittel schleichend ab - ob es von Fall zu Fall auch sofort geht, müsst ihr mit dem TA absprechen.

Ausprägungen der Epilepsie bei Katzen

Typischer Anfall: Die Formen der Epi sind vielfältig - leider! Typisch ist der Krampf: die Katze liegt entweder auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch. Dabei wird der Körper von einem Schüttelkrampf gepeinigt. Der Kopf ist nicht selten in den Nacken gelegt und die Beinchen sind stocksteif - gerade ausgestreckt oder verkrampft angezogen. Es kann auch sein, dass sich die Katze wie verrückt um die eigene Achse dreht. Manchmal sieht es so aus, als würde sie versuchen einen Tunnel zu graben.

Der Renn-Anfall (running-fit) Es kann aber auch passieren, dass die Katze während eines Anfalls plötzlich wie von einer Tarantel gestochen losrennt: blind, ziellos und wahnsinnig schnell. Andere Katzen zittern nur ganz kurz oder laufen schnaufend hin und her - wie ein Tiger im Käfig. Diese Form gibt es nur bei Katzen und nicht bei Hunden!

Schlafanfall: Eine besondere Form der Epilepsie ist der Schlafanfall: die Katze schläft tief und fest und wird dann urplötzlich von einem Anfall überrascht. Man sollte bei der Variante, alle höhergelegenen Schlafplätze unzugänglich machen, da es durchaus sein kann, dass die Katze durch die Wucht des Krampfes, von ihrem Liegeplatz weg- oder runtergeschleudert wird. Wenn es nicht geht, kann man die Schlafstelle rund herum mit was flauschigem oder mit Kissen auslegen.

Kombinationen Eine Katze kann auch verschiedene Anfallsarten haben und leider sind diese Anfallsarten miteinander kombinierbar: z.B. kann Freddy mit einem normalen Krampf anfangen und dann plötzlich wie ein Berserker losrennen.

Status Epilepticus: Was ist das? Einen Status Epilepticus liegt dann vor, wenn eine Katze einen Anfall hat, der länger als 30 Minuten anhält oder die Katze eine Serie von mehreren Anfällen hat (Abstand weniger als eine Stunde), d.h. grob: sie hat einen Anfall nach dem anderen OHNE zwischendurch das Bewusstsein nicht wiederzuerlangen.

Weitere Anzeichen für Epilepsie können sein

weit aufgerissene Augen, Augenzittern, geweitete Pupillen, Verlust des Bewusstseins (d.h. die Katze reagiert auf gar nichts mehr), übermäßiges speicheln (in Form von sabbern, zähflüssige Fäden oder "Schaum vorm Mund"), hecheln / schnaufen, ausgefahrene Krallen (hier ist Vorsicht geboten, da die Katze ihre Krallen bei einem Anfall NICHT mehr einziehen kann), entwickeln beim Festhalten Bärenkräfte, wildes oder leichtes schütteln / krampfen / zucken, Ohren und Augen können zucken (erinnert an einen Schluckauf ), blindes losrennen evtl. gekoppelt mit hochspringen oder irgendwo gegen springen, evtl. Kontrollverlust über die Blase (wenn ja: Kontrolle der Urinwerte da evtl. eine Blasenentzündung oder Harngries vorliegen kann) oder über den Darm (letzteres kommt selten vor) evtl. Erbrechen.

Wie verhalte ich mich während/nach einem Anfall?

während eines Anfalls: i.d.R. nicht anfassen, Ruhe bewahren - klingt seltsam: aber wenn sich der Besitzer aufregt, spürt es die Katze und der Anfall kann länger oder schlimmer ablaufen. Man kann beruhigend auf die Katze einreden, ihr ein beruhigendes Lied vorsingen oder vorsummen (das ist kein WITZ! Schlaflieder helfen nicht nur Babys sich zu beruhigen), laute Geräusche Vermeiden, evtl. den Raum abdunkeln...

Der Renn-Anfall ( running-fit): I.d.R. sollte man eine Katze im epileptischen "Renn-"Anfall auf keinen Fall anfassen, da Berührungen oder besser gesagt das Festhalten, die Katze erst Recht ausrasten lässt, besonders bei der Form "Rennanfall". Sie mobilisieren ungeahnte Kräfte und lassen sich kaum noch bändigen. Einige der Katzen rennen auch blind darauf los und versuchen irgendwo gegen zu springen. Um dies zu verhindern empfiehlt sich eine Art Gummizelle. Es sollte ein stabiler Karton oder eine Wäschewanne sein, die über die Katze gestülpt wird. Man sollte bei den Anfällen die Kraft der Katze nicht unterschätzen und daher die Gummizelle festhalten. Wenn dann Ruhe eingekehrt ist, sollte man noch einige Minuten warten, bis man sicher sein kann, dass der Anfall ist wirklich vorbei. Sollte die Katze vorher entwischen, sollte man keine Scheu davor haben, diesen unkontrollierten Lauf zu unterbinden. Es mag brutal und herzlos erscheinen, aber es ist besser die Katze zu stoppen und dann sofort einzusperren. Hier kommt sie mit ein paar blauen Flecken davon, aber wenn man sie rennen lässt, geht man das Risiko ein, dass sie evtl. durch ein geschlossenes Fenster springt, gegen eine Wand oder gegen einen Spiegel. Die Schäden die sie sich hierbei zuziehen kann, sind weitaus schlimmer als sie einmal kräftig zu stoppen. Außerdem geht die Medizin davon aus das Epileptiker (egal ob Mensch oder Tier) für die Zeit des Anfalls unter Amnesie leiden - sie erinnern sich an nichts was passiert ist.

Der "normale" Krampfanfall: Bei einem Krampf- oder Schüttelanfall sind die Gliedmassen der Katze i.d.R. steif. Man sollte darauf achten, dass sich die Katze nirgends verletzen kann, dass gilt insbesondere, wenn sich die Katze dreht. Drehende Katzen kann man versuchen mit der flachen davon abzuhalten ABER ohne Kraftaufwand.

Cluster Anfälle: Bei einigen Katzen kann es vorkommen, dass sie zu Anfallserien neigen, d.h. es bleibt nicht bei einem Anfall, sondern es folgen mehrere nach einander (nicht zu verwechseln mit Status Epilepticus). Mögliche Behandlung von Clauster-Katzen siehe unter " Behandlung von Epilepsie"

Verhalten der Katze nach einem Anfall

Nachwirkungen: Eine EpiKatze kann nach einem Anfall kurzzeitig in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt sein. Diese Einschränkung ist i.d.R: von vorübergehender Dauer. Es kann auch sein, dass sie noch ein Weilchen Abwesend sein kann. I.d.R. hat die EpiKatze nach einem Anfall einen immensen Appetit (sie "verdrückt" dann in kürzester Zeit die 2 bis 3-fache Tagesportion). Zum Vergleich: ein Epi-Anfall ist vergleichbar mit dem Kalorienverbrauch eines Menschen bei einem Marathonlauf. Unbedingt soviel fressen lassen bis sie nicht mehr will. Am besten eignet sich Nassfutter (Dosenfutter), da Trockenfutter erst später im Magen aufquillt. Weitere Verhaltensmuster: weinen, jammern, hohes Kuschelbedürfnis, Schlafbedürfnis, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Orientierungslosigkeit, evtl. Muskelkater, wenn die Muskeln zu lange verkrampft waren.

Hilfe nach einem Anfall

Nach einem Anfall gibt es mehrere Möglichkeiten die Katze wieder zu beruhigen: TTouch (Tellington-Touch) ist eine von ihnen. Es ist eine besondere Form mit Tieren umzugehen - eine Art Streicheltherapie. Infos gibt es bei mir (SOSEpikatzen@aol.com) oder bei http://www.tteam.de. Wenn sie es zulässt: viel Schmusen, auch hier beruhigend auf die Katze einreden, singen/summen, dunkelt den Raum ab, den sie sich zum ausruhen aussucht, stellt das Telefon leiser, vermeidet Lärm. Wenn sie nur schlafen will, dann lasst sie schlafen.

EpiKatze allein Zuhaus

Kann man denn die Katze überhaupt noch allein lassen? Ja - man kann! Stellt der EpiKatze unbedingt genug Futter hin, wenn ihr sie alleine Zuhause lasst. So stellt man sicher, dass sie nach einem Anfall genug zu fressen hat. Die Futternäpfe sind auch ein Indiz, ob es der Katze, während man weg war auch, gut ging:
- volle Näpfe = Katze ist ok
- Näpfe leer = evtl Anfall (besonders wenn es eine Einzelkatze ist oder die Katze jammert).
Ich freu mich jedes Mal, wenn ich von der Arbeit komme und das Futter in den Näpfen ist noch drin. Das Futter ist nach einem Anfall sehr wichtig, da sonst die EpiKatzen alles anknabbern was ihnen vors Schnäuzchen kommt.

Behandlung der Epilepsie

Schulmedizin/Luminaletten: Behandlung mit Luminaletten (Wirkstoff Phenobarbital): hierbei ist zu beachten, dass sich der konstante Wirkstoffspiegel im Blut erst nach ca. 10 bis 14 Tagen aufbaut. Die Tabletten müssen möglichst pünktlich zur selben Zeit gegeben werden. Verminderungen der gewohnten Dosis dürfen nur behutsam erfolgen, da sich der Organismus langsam entwöhnen muss.
Wenn die Dosis auf zwei Portionen verteilt werden soll, dann bitte gleichmäßig aufteilen, damit im Blut keine Wirkstoffberge oder -täler entstehen.
Kann man einmal nicht pünktlich die Tablette geben, nähert man sich bei der nächsten Gabe langsam der gewohnten Zeit wieder an.
Bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit (oder umgekehrt) verschiebe ich die Zeiten bei jeder Tablettengabe um 5 Minuten noch hinten bzw. nach vorn. Bei größeren Abständen reagiert mein Kater mit Anfällen.

Wichtig: keine eigenmächtige Änderung der Dosierung! Die Änderungen der gewohnten Dosis sollte nur nach Absprache mit dem TA erfolgen. Man kann auch nicht unkontrolliert die Dosis erhöhen. Wenn es schon eine relativ hohe Tagesdosis ist, sollte man vorher den Phenobarbitalspiegel ermitteln lassen. Dafür wir der Katze zur vor der nächsten Tablettengabe Blut abgenommen und im Labor (ein Bielefelder Labor hat sich darauf spezialisiert) wird dann gemessen wie hoch der Phenobarbitalspiegel ist. Danach weiß man, ob man die toxische Grenze bald erreicht hat oder ob nach oben hin noch Luft ist.

Cluster-Katzen: Um solche Cluster Anfälle zu unterbrechen, kann man mit dem behandelenden TA absprechen, ob kurzfristig die Dosis Phenobarbital erhöht werden kann. Dass kann man aber nur machen wenn der Phenobarbitalspiegel bekannt ist und dieser NICHT im toxischen Bereich angesiedelt ist. Ansonsten würde die Zusatzdosis schaden statt nützen!

Schulmedizin/Kaliumbromid: Gabe von Kaliumbromid kann entweder allein oder in Kombination mit Phenobarbital, die Epi positiv beeinflussen.

Schulmedizin/Valium: Man kann versuchen der Anfälle mit Valium/Diazepan Herr zu werden. Bis jetzt habe ich allerdings noch keine positiven Meldung bei dieser Medikation erhalten. Sie soll den Vorteil haben nicht in dem Maßen leberbelastend zu sein wie Phenobarbital und dass Valium den Appetit fördert. Allerdings ist hier der eindeutige Nachteil, dass man den Spiegel nicht im Blut nachmessen kann, d.h. man kann nicht feststellen ob die Dosis reicht oder ob sie schon zu hoch angesetzt ist.

Valium - Hilfe im Notfall ?!

Es kann sein, dass eine Katze aus dem Status Epilepticus (siehe Status Epeilepticus) von allein nicht mehr rauskommt oder von einer Serie von Anfällen (nur mit sehr kurzer oder gar keinen Erholungspausen) geplagt wird. Bei so einem Fall muss man von außen das Gehirn "lahm legen", damit sich die Nervenzellen beruhigen und die Katze sich erholen kann. So und beim "wie" scheiden sich die Geister bzw. die einzelnen Meinungen der TÄe!
Valium i.m.: Für diesen (hoffentlich nie eintretenden) Fall, könnt ihr euch von eurem TA zeigen lassen, wie man einer Katze intramuskulär eine Spritze in den Hinterlauf setzt - lasst euch auch eine Spritze und eine Ampulle Diazepan (Valium) mitgeben. Nach Aussage einer TA-Helferin soll allerdings nicht sofort wirken, sondern erst nach ca 20-30 Minuten.
Valium liquidum: Es gibt auch in der Apotheke Valium in flüssiger Form (Achtung: rezeptpflichtig). Man soll demnach der Katze ein paar Tropfen direkt auf die Mundschleimhaut geben, da es dort sofort in den Blutkreislauf gelangen kann.
Intensivbehnadlung: Laut der Epi-Expertin muss ein Status Epilepticus sofort beim TA behandeln lassen, der dann Valium i.v. verabreichen kann. Wenn man diesen Ratschlag folgt, muss sofot den Ta oder die Klinik anrufen und Bescheid gegen, dass man mit einem Status Epielpticus sofort vorbeikommen wird. Steckt die Katze sofort in den Transportkorb stecken und ab zum TA oder in die Klinik.

Alternative Maßnahmen

Farblehre: Die Farben in der Umgebung können ebenfalls Einfluss auf das Befinden der Katze haben. Blau wirkt beruhigend auf die Katze, grün wirkt beruhigend und dämpfend. Von roten Deckchen oder ähnlichem sollte man Abstand nehmen, da rot sehr viel Energie hat, was die EpiKatze nicht gebrauchen kann.

Bachblüten: hier eignen sich die Notfalltropfen (Rescuetropfen) am besten. Man gibt in ein 10 ml Pipettenfläschen 4 Tropfen der Notfalltropfen. Von der verdünnten Lösung kann man der Katze unbedenklich was ins Futter geben oder direkt ins Schnäuzchen (bitte nicht während eines Anfalls mit der Glaspipette in Schnäuzchen! Die Katze könnte sonst draufbeißen), ohne Angst vor einer Überdosierung zu haben. Bitte NIE die Rescue Tropfen pur verabreichen, da sie konzentrierten Alkohol enthalten, welches die Katzen nicht abbauen können.

Homöopathie: Sucht in eurer Umgebung einen erfahrenen Tierheilpraktiker. Die Homöopathie kann - was die Behandlung von Epi angeht - so einige Erfolge aufweisen. Der Vorteil hierbei: die Nebenwirkungen und Langzeitschäden laufen gegen Null.

Akupunktur: Diese Behandlung kann/soll Epi positiv beeinflussen. Da bei meinem Kater gerade diese Behandlung durchgeführt wird, möchte ich noch abwarten, bevor ich in Jubelgeschrei ausbreche. Ich beschreie kleine Erfolge schon lange nicht mehr, da danach immer was passiert ist, was den Erfolg zunichte gemacht hat. Ja, die Epi hat mich in gewisser Weise abergläubisch gemacht. Nur soviel: meinem Kater Freddy bekommt die Akupunktur gut (*klopfaufholz*). Aber wie gesagt, ich warte noch das Ende des Zyklus ab - drückt die Daumen.

Reiki: nach einem Anfall kann Reiki durch einen Chakrenausgleich die Katze wieder ins energetische Gleichgewicht bringen. Sie beruhigt und erholt sich schneller von einem Anfall. Reiki NIE während eines Anfalls geben!! Nur danach!

TTouch: hier sollte man sich von einem erfahrenen Practioner zeigen lassen, wie bestimmte Griffe angewandt werden. Man muss hier auch unterscheiden, welche Griffe während eines Anfalls gut tun und welche nicht. Mehr Infos findet ihr unter: http://www.tteam.de oder http://www.lindatellington-jones.com/ttouch.htm

Vorsicht mit Narkosen!

Unbedingt beachten! Keine Narkose!!!! Narkosen sollten bei EpiKatzen nur im äußersten Notfall erfolgen, da hier das Risiko viel zu hoch liegt. Wenn überhaupt sollte man die Katze mit der Maske narkotisieren oder nur stark beruhigen. Weitere Infos unter "Welche Narkose bei EpiKatzen"

Wie schütze ich meine EpiKatze?

Krallenschneiden: Vorsicht vor den scharfen Krallen. Sie können während des Anfalls ausgefahren sein Durch regelmäßiges Entspitzen der Krallen vermindert man die Verletzungsgefahr für die Katze und den Halter.

Herunterfallende Gegenstände: Stellt alle Gegenstände die zerbrechen können, außerhalb der Reichweite von der Katze. Vasen, Figuren aus Porzellan o.ä. sollte man Wegschließen, damit die Katze die Sachen in einem Anfall nicht umschmeißen und sich daran verletzten kann.

Stürze der EpiKatze: Verhindert den Zugang zu höher gelegenen Plätzen, polstert den Boden rund um den hohen Kratzbaum auf dem sie schläft mit Kissen, damit die Katze bei einem Anfall weich fällt.

Die Gummizelle: Haltet die "Gummizelle" für die Rennanfälle immer griffbereit.

Indiz für einen drohenden Anfall kann sein

- Appetitmangel (bei Freddy Verweigerung von Dosenfutter)
- Aggression der Mitkatzen gegenüber der EpiKatze
- Ohrenzucken
- abgespreizte Zehe am Hinterlauf
- fehlendes "Würstchen" im Katzenklo (1-2 Tage gegenüber der sonstigen Angewohnheit)
- übermäßig schreckhaft / hohe Nervosität
- ungewöhnliche Geräusche (z.B. Bauarbeiten vorm Haus)
- Katze mag es nicht am Kopf gestreichelt zu werden
- zieht sich zurück und will in Ruhe gelassen werden
- unruhiges hin- und herlaufen
- glasiger Blick

Das Epi-Tagebuch

Legt ein Tagebuch an, worin ihr alles aufschreibt, was euch bei den Anfällen auffällt (Wetter, Geräusche, Uhrzeit, Ausprägung und Dauer des Anfalls) Vermerkt auch die Behandlungsform und jede Veränderung der Dosierung. Auch wenn kein Anfall passiert ist, so solltet ihr ungewöhnliche Ereignisse protokollieren, z.B. Renovierungsarbeiten, Feuerwerk, Prügelei mit anderen Katzen, TA-Besuch, Urlaub, Fete etc.

Dies ist nur eine vorläufige Liste. Sie wird von mir bei neuen Erkenntnissen ergänzt oder korrigiert. Ich hoffe, ich konnte euch damit helfen, Licht in das Dunkle zu bringen.

Ina aus Berlin SOSEpikatzen@aol.com

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