
Epilepsie-FAQ
--> Alles was Ihr über Epilepsie bei Katzen wissen solltet
Eine Bemerkung vorab
Diagnose Epilepsie - egal ob beim Hund oder bei der Katze
- haut jeden aus den Socken. Besonders da einige Tierärzte dieses Krankheitsbild
nur aus der Theorie kennen und im seltensten Fall einen Anfall miterlebt
haben. Lasst euch nicht von der Diagnose fertig machen, besonders dann
nicht wenn euer TA sagt: "Tut uns leid, aber ihr Tier hat Epilepsie -
wir müssen es einschläfern". Bei so einem Satz, schnappt euch euer Tier
und wechselt den Arzt!
Epi ist KEIN Todesurteil!
Eine Diagnose bzw. die eindeutige Diagnose ob es wirklich
Epilepsie ist, geht nicht von heute auf morgen. Und es kann auch sein,
dass die gewählte Therapie nicht sofort die erwünschten Ergebnisse bringt.
Was man unbedingt braucht ist Geduld und gute Freunde, die einen verstehen
was man grade durchmacht. Keine Frage: einen Anfall mitzuerleben, haut
jeden von uns (jedenfalls am Anfang) von den Socken! Man kann halt nur
versuchen irgendwie selbst ruhig zu bleiben, wenn nicht dann heult man
sich eben bei den anderen betroffenen aus und bekommt wieder Mut. Je mehr
ihr darüber wisst, desto besser geht ihr mit der Krankheit um: Da es im
Internet kaum Infos dazu gibt und Tierärzte (TÄe) kaum Erfahrungen haben
Einige nützliche Seiten im Web
- www.schmusekatzen.de
--> hier befindet sich ein Epi-Forum für Katzen
- Biggi's
Welt
- Mailingliste EpiCats: hier tauschen betroffene Katzenbesitzer Infos
aus oder man kann sich einfach nur seiner Sorgen entledigen. Man hat einfach
das Gefühl, dass man nicht alleine da steht http://www.egroups.de/join/epicats
oder Anmeldung über die Schmusekatzen Homepage.
Freigang für Epileptiker?
Bevor ich es vergesse: eine EpiKatze hat nichts mehr draußen
verloren! So leid es mir auch tut, aber mit dem Freigang ist dann Schluss!
Stellt euch doch mal vor, die Katze bekommt draußen einen Anfall, liegt
am Straßenrand, krampft mit Schaum vorm Mund - mögliche laienhafte Diagnose
eines Passanten: Tollwut, er ruft die Polizei und die lassen die Katze
von Amts wegen einschläfern. Oder sie rennt los und rennt blind vor ein
Auto oder rennt nach einem Anfall völlig orientierungslos durch die Gegend
und findet nicht mehr nach Hause. Also, lasst eure EpiKatzen im Haus.
Es ist auch besser, die Katzen auch auf den gesicherten Balkon nur unter
Aufsicht rauszulassen.
Diagnose
Leider lässt sich Epilepsie nur nach dem Ausschlussprinzip
feststellen. Was heißt das konkret? Erst wenn alles anderen Ursachen ausgeschlossen
wurden, dann ist es wahrscheinlich Epilepsie. Die Diagnose ist sehr langwierig
und schwer.
Blutbild: Allem voran sollte man ein großes Blutbild machen
lassen, den Urin und den Kot untersuchen lassen. Damit alle anderen Ursachen,
die epi-ähnliche Anfälle (wie z.B. eine Vergiftung) provozieren, ausgeschlossen
werden können.
Neurologischer Scan: Weiterhin kann man bei der Katze eine
neurologische Untersuchung machen lassen. Sie ist völlig ungefährlich!
Dabei werden die verschiedensten Reflexe der EpiKatze getestet. Ein Beispiel:
die Reaktionszeit des Lidschlussreflexes, um nur einen zu nennen.
Punktion der Gehirnflüssigkeit: Hierbei wird der Katze
unter einer Kurzzeitnarkose (ca. 15 min.) unterhalb des Nackens aus dem
Rückenmarkskanal Gehirnwasser abgezogen. Man untersucht das Wasser auf
etwaige Entzündungsherde oder tumorale Veränderungen im Gehirn. Meine
Meinung dazu: auch wenn die Epi-Spezialisten mir dazu geraten hat, werde
ich diese Untersuchung bei meinem Kater nicht durchführen lassen. Eine
Bekannte die aus gesundheitlichen Gründen eine solche Punktion an mich
machen lassen musste, erzählte mir von den Nebenwirkungen: 3 Tage lang
hatte sie rasende Kopfschmerzen, die selbst nach der Einnahme von Tabletten
nicht weggingen, sie konnte nicht mal auf die Toilette gehen, ohne dabei
Schmerzen zu haben. Diese Schilderungen haben mich dazu veranlasst diese
Untersuchung abzublasen. Aber ihr müsst selbst abwägen, ob ihr das eurem
Tiger zumuten könnt oder nicht.
MRT und CO: Man kann bei einer Katze auch eine Kernspinntomografie
machen lassen, aber hier meinte die Epi-Spezialistin, dass es für meinen
Kater mit einen wahnsinns Stress verbunden wäre und sie dieses nicht befürwortet.
Formen der Epilepsie
Es gibt zwei verschiedene Formen der Epilepsie, die primäre
und die sekundäre Epilepsie. Die primäre Epilepsie zeigt keine hirnorganischen
Veränderungen, ist unheilbar, aber durch medikamentöse Behandlung *eventuell*
beherrschbar. Die sekundäre Epilepsie kann durch eine Vielzahl von Ursachen
ausgelöst werden und muss durch eine Behandlung der auslösenden Ursache
therapiert werden. Mögliche Ursachen der sekundären Epi: Hirnquetschungen,
Thrombosen, Infektionsehrkrankungen, Entzündungen, Vergiftung, metabolische
Störungen, Vergiftungen, Thyaminmangel, verpfuschte Narkose, Unfall /
Verletzung im Schädelbereich, verpatze Impfung, Diabetes, Magnesiummangel
und Zinkmangel (beim Menschen), Futterallergie. Epi kann auch angeboren
sein, d.h. sie wurde von den Eltern vererbt. Stimmt die Therapie unbedingt
mit einem erfahrenen TA oder Heilpraktiker ab - doktert bitte nicht eigenmächtig
an der Katze rum. Wenn ihr merkt, dass das gewählte Mittel alles verschlimmert,
dann setzt das Mittel schleichend ab - ob es von Fall zu Fall auch sofort
geht, müsst ihr mit dem TA absprechen.
Ausprägungen der Epilepsie
bei Katzen
Typischer Anfall: Die Formen der Epi sind vielfältig -
leider! Typisch ist der Krampf: die Katze liegt entweder auf der Seite,
auf dem Rücken oder auf dem Bauch. Dabei wird der Körper von einem Schüttelkrampf
gepeinigt. Der Kopf ist nicht selten in den Nacken gelegt und die Beinchen
sind stocksteif - gerade ausgestreckt oder verkrampft angezogen. Es kann
auch sein, dass sich die Katze wie verrückt um die eigene Achse dreht.
Manchmal sieht es so aus, als würde sie versuchen einen Tunnel zu graben.
Der Renn-Anfall (running-fit) Es kann aber auch passieren,
dass die Katze während eines Anfalls plötzlich wie von einer Tarantel
gestochen losrennt: blind, ziellos und wahnsinnig schnell. Andere Katzen
zittern nur ganz kurz oder laufen schnaufend hin und her - wie ein Tiger
im Käfig. Diese Form gibt es nur bei Katzen und nicht bei Hunden!
Schlafanfall: Eine besondere Form der Epilepsie ist der
Schlafanfall: die Katze schläft tief und fest und wird dann urplötzlich
von einem Anfall überrascht. Man sollte bei der Variante, alle höhergelegenen
Schlafplätze unzugänglich machen, da es durchaus sein kann, dass die Katze
durch die Wucht des Krampfes, von ihrem Liegeplatz weg- oder runtergeschleudert
wird. Wenn es nicht geht, kann man die Schlafstelle rund herum mit was
flauschigem oder mit Kissen auslegen.
Kombinationen Eine Katze kann auch verschiedene Anfallsarten
haben und leider sind diese Anfallsarten miteinander kombinierbar: z.B.
kann Freddy mit einem normalen Krampf anfangen und dann plötzlich wie
ein Berserker losrennen.
Status Epilepticus: Was ist das? Einen Status Epilepticus
liegt dann vor, wenn eine Katze einen Anfall hat, der länger als 30 Minuten
anhält oder die Katze eine Serie von mehreren Anfällen hat (Abstand weniger
als eine Stunde), d.h. grob: sie hat einen Anfall nach dem anderen OHNE
zwischendurch das Bewusstsein nicht wiederzuerlangen.
Weitere Anzeichen für Epilepsie
können sein
weit aufgerissene Augen, Augenzittern, geweitete Pupillen,
Verlust des Bewusstseins (d.h. die Katze reagiert auf gar nichts mehr),
übermäßiges speicheln (in Form von sabbern, zähflüssige Fäden oder "Schaum
vorm Mund"), hecheln / schnaufen, ausgefahrene Krallen (hier ist Vorsicht
geboten, da die Katze ihre Krallen bei einem Anfall NICHT mehr einziehen
kann), entwickeln beim Festhalten Bärenkräfte, wildes oder leichtes schütteln
/ krampfen / zucken, Ohren und Augen können zucken (erinnert an einen
Schluckauf ), blindes losrennen evtl. gekoppelt mit hochspringen oder
irgendwo gegen springen, evtl. Kontrollverlust über die Blase (wenn ja:
Kontrolle der Urinwerte da evtl. eine Blasenentzündung oder Harngries
vorliegen kann) oder über den Darm (letzteres kommt selten vor) evtl.
Erbrechen.
Wie verhalte ich mich während/nach
einem Anfall?
während eines Anfalls: i.d.R. nicht anfassen, Ruhe bewahren
- klingt seltsam: aber wenn sich der Besitzer aufregt, spürt es die Katze
und der Anfall kann länger oder schlimmer ablaufen. Man kann beruhigend
auf die Katze einreden, ihr ein beruhigendes Lied vorsingen oder vorsummen
(das ist kein WITZ! Schlaflieder helfen nicht nur Babys sich zu beruhigen),
laute Geräusche Vermeiden, evtl. den Raum abdunkeln...
Der Renn-Anfall ( running-fit): I.d.R. sollte man eine
Katze im epileptischen "Renn-"Anfall auf keinen Fall anfassen, da Berührungen
oder besser gesagt das Festhalten, die Katze erst Recht ausrasten lässt,
besonders bei der Form "Rennanfall". Sie mobilisieren ungeahnte Kräfte
und lassen sich kaum noch bändigen. Einige der Katzen rennen auch blind
darauf los und versuchen irgendwo gegen zu springen. Um dies zu verhindern
empfiehlt sich eine Art Gummizelle. Es sollte ein stabiler Karton oder
eine Wäschewanne sein, die über die Katze gestülpt wird. Man sollte bei
den Anfällen die Kraft der Katze nicht unterschätzen und daher die Gummizelle
festhalten. Wenn dann Ruhe eingekehrt ist, sollte man noch einige Minuten
warten, bis man sicher sein kann, dass der Anfall ist wirklich vorbei.
Sollte die Katze vorher entwischen, sollte man keine Scheu davor haben,
diesen unkontrollierten Lauf zu unterbinden. Es mag brutal und herzlos
erscheinen, aber es ist besser die Katze zu stoppen und dann sofort einzusperren.
Hier kommt sie mit ein paar blauen Flecken davon, aber wenn man sie rennen
lässt, geht man das Risiko ein, dass sie evtl. durch ein geschlossenes
Fenster springt, gegen eine Wand oder gegen einen Spiegel. Die Schäden
die sie sich hierbei zuziehen kann, sind weitaus schlimmer als sie einmal
kräftig zu stoppen. Außerdem geht die Medizin davon aus das Epileptiker
(egal ob Mensch oder Tier) für die Zeit des Anfalls unter Amnesie leiden
- sie erinnern sich an nichts was passiert ist.
Der "normale" Krampfanfall: Bei einem Krampf- oder Schüttelanfall
sind die Gliedmassen der Katze i.d.R. steif. Man sollte darauf achten,
dass sich die Katze nirgends verletzen kann, dass gilt insbesondere, wenn
sich die Katze dreht. Drehende Katzen kann man versuchen mit der flachen
davon abzuhalten ABER ohne Kraftaufwand.
Cluster Anfälle: Bei einigen Katzen kann es vorkommen,
dass sie zu Anfallserien neigen, d.h. es bleibt nicht bei einem Anfall,
sondern es folgen mehrere nach einander (nicht zu verwechseln mit Status
Epilepticus). Mögliche Behandlung von Clauster-Katzen siehe unter " Behandlung
von Epilepsie"
Verhalten der Katze nach einem
Anfall
Nachwirkungen: Eine EpiKatze kann nach einem Anfall kurzzeitig
in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt sein. Diese Einschränkung ist i.d.R:
von vorübergehender Dauer. Es kann auch sein, dass sie noch ein Weilchen
Abwesend sein kann. I.d.R. hat die EpiKatze nach einem Anfall einen immensen
Appetit (sie "verdrückt" dann in kürzester Zeit die 2 bis 3-fache Tagesportion).
Zum Vergleich: ein Epi-Anfall ist vergleichbar mit dem Kalorienverbrauch
eines Menschen bei einem Marathonlauf. Unbedingt soviel fressen lassen
bis sie nicht mehr will. Am besten eignet sich Nassfutter (Dosenfutter),
da Trockenfutter erst später im Magen aufquillt. Weitere Verhaltensmuster:
weinen, jammern, hohes Kuschelbedürfnis, Schlafbedürfnis, Licht- und Geräuschempfindlichkeit,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Orientierungslosigkeit, evtl. Muskelkater,
wenn die Muskeln zu lange verkrampft waren.
Hilfe nach einem Anfall
Nach einem Anfall gibt es mehrere Möglichkeiten die Katze
wieder zu beruhigen: TTouch (Tellington-Touch) ist eine von ihnen. Es
ist eine besondere Form mit Tieren umzugehen - eine Art Streicheltherapie.
Infos gibt es bei mir (SOSEpikatzen@aol.com)
oder bei http://www.tteam.de. Wenn sie
es zulässt: viel Schmusen, auch hier beruhigend auf die Katze einreden,
singen/summen, dunkelt den Raum ab, den sie sich zum ausruhen aussucht,
stellt das Telefon leiser, vermeidet Lärm. Wenn sie nur schlafen will,
dann lasst sie schlafen.
EpiKatze allein Zuhaus
Kann man denn die Katze überhaupt noch allein lassen?
Ja - man kann! Stellt der EpiKatze unbedingt genug Futter hin, wenn ihr
sie alleine Zuhause lasst. So stellt man sicher, dass sie nach einem Anfall
genug zu fressen hat. Die Futternäpfe sind auch ein Indiz, ob es der Katze,
während man weg war auch, gut ging:
- volle Näpfe = Katze ist ok
- Näpfe leer = evtl Anfall (besonders wenn es eine Einzelkatze ist oder
die Katze jammert).
Ich freu mich jedes Mal, wenn ich von der Arbeit komme und das Futter
in den Näpfen ist noch drin. Das Futter ist nach einem Anfall sehr wichtig,
da sonst die EpiKatzen alles anknabbern was ihnen vors Schnäuzchen kommt.
Behandlung der Epilepsie
Schulmedizin/Luminaletten: Behandlung mit Luminaletten
(Wirkstoff Phenobarbital): hierbei ist zu beachten, dass sich der konstante
Wirkstoffspiegel im Blut erst nach ca. 10 bis 14 Tagen aufbaut. Die Tabletten
müssen möglichst pünktlich zur selben Zeit gegeben werden. Verminderungen
der gewohnten Dosis dürfen nur behutsam erfolgen, da sich der Organismus
langsam entwöhnen muss.
Wenn die Dosis auf zwei Portionen verteilt werden soll, dann bitte gleichmäßig
aufteilen, damit im Blut keine Wirkstoffberge oder -täler entstehen.
Kann man einmal nicht pünktlich die Tablette geben, nähert man sich bei
der nächsten Gabe langsam der gewohnten Zeit wieder an.
Bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit (oder umgekehrt) verschiebe
ich die Zeiten bei jeder Tablettengabe um 5 Minuten noch hinten bzw. nach
vorn. Bei größeren Abständen reagiert mein Kater mit Anfällen.
Wichtig: keine eigenmächtige Änderung der Dosierung! Die
Änderungen der gewohnten Dosis sollte nur nach Absprache mit dem TA erfolgen.
Man kann auch nicht unkontrolliert die Dosis erhöhen. Wenn es schon eine
relativ hohe Tagesdosis ist, sollte man vorher den Phenobarbitalspiegel
ermitteln lassen. Dafür wir der Katze zur vor der nächsten Tablettengabe
Blut abgenommen und im Labor (ein Bielefelder Labor hat sich darauf spezialisiert)
wird dann gemessen wie hoch der Phenobarbitalspiegel ist. Danach weiß
man, ob man die toxische Grenze bald erreicht hat oder ob nach oben hin
noch Luft ist.
Cluster-Katzen: Um solche Cluster Anfälle zu unterbrechen,
kann man mit dem behandelenden TA absprechen, ob kurzfristig die Dosis
Phenobarbital erhöht werden kann. Dass kann man aber nur machen wenn der
Phenobarbitalspiegel bekannt ist und dieser NICHT im toxischen
Bereich angesiedelt ist. Ansonsten würde die Zusatzdosis schaden statt
nützen!
Schulmedizin/Kaliumbromid: Gabe von Kaliumbromid kann entweder
allein oder in Kombination mit Phenobarbital, die Epi positiv beeinflussen.
Schulmedizin/Valium: Man kann versuchen der Anfälle mit
Valium/Diazepan Herr zu werden. Bis jetzt habe ich allerdings noch keine
positiven Meldung bei dieser Medikation erhalten. Sie soll den Vorteil
haben nicht in dem Maßen leberbelastend zu sein wie Phenobarbital und
dass Valium den Appetit fördert. Allerdings ist hier der eindeutige Nachteil,
dass man den Spiegel nicht im Blut nachmessen kann, d.h. man kann nicht
feststellen ob die Dosis reicht oder ob sie schon zu hoch angesetzt ist.
Valium - Hilfe im Notfall ?!
Es kann sein, dass eine Katze aus dem Status Epilepticus
(siehe Status Epeilepticus) von allein nicht mehr rauskommt oder von einer
Serie von Anfällen (nur mit sehr kurzer oder gar keinen Erholungspausen)
geplagt wird. Bei so einem Fall muss man von außen das Gehirn "lahm legen",
damit sich die Nervenzellen beruhigen und die Katze sich erholen kann.
So und beim "wie" scheiden sich die Geister bzw. die einzelnen Meinungen
der TÄe!
Valium i.m.: Für diesen (hoffentlich nie eintretenden) Fall, könnt ihr
euch von eurem TA zeigen lassen, wie man einer Katze intramuskulär eine
Spritze in den Hinterlauf setzt - lasst euch auch eine Spritze und eine
Ampulle Diazepan (Valium) mitgeben. Nach Aussage einer TA-Helferin soll
allerdings nicht sofort wirken, sondern erst nach ca 20-30 Minuten.
Valium liquidum: Es gibt auch in der Apotheke Valium in flüssiger Form
(Achtung: rezeptpflichtig). Man soll demnach der Katze ein paar Tropfen
direkt auf die Mundschleimhaut geben, da es dort sofort in den Blutkreislauf
gelangen kann.
Intensivbehnadlung: Laut der Epi-Expertin muss ein Status Epilepticus
sofort beim TA behandeln lassen, der dann Valium i.v. verabreichen kann.
Wenn man diesen Ratschlag folgt, muss sofot den Ta oder die Klinik anrufen
und Bescheid gegen, dass man mit einem Status Epielpticus sofort vorbeikommen
wird. Steckt die Katze sofort in den Transportkorb stecken und ab zum
TA oder in die Klinik.
Alternative Maßnahmen
Farblehre: Die Farben in der Umgebung können ebenfalls
Einfluss auf das Befinden der Katze haben. Blau wirkt beruhigend auf die
Katze, grün wirkt beruhigend und dämpfend. Von roten Deckchen oder ähnlichem
sollte man Abstand nehmen, da rot sehr viel Energie hat, was die EpiKatze
nicht gebrauchen kann.
Bachblüten: hier eignen sich die Notfalltropfen (Rescuetropfen) am besten.
Man gibt in ein 10 ml Pipettenfläschen 4 Tropfen der Notfalltropfen. Von
der verdünnten Lösung kann man der Katze unbedenklich was ins Futter geben
oder direkt ins Schnäuzchen (bitte nicht während eines Anfalls mit der
Glaspipette in Schnäuzchen! Die Katze könnte sonst draufbeißen), ohne
Angst vor einer Überdosierung zu haben. Bitte NIE die Rescue Tropfen pur
verabreichen, da sie konzentrierten Alkohol enthalten, welches die Katzen
nicht abbauen können.
Homöopathie: Sucht in eurer Umgebung einen erfahrenen Tierheilpraktiker.
Die Homöopathie kann - was die Behandlung von Epi angeht - so einige Erfolge
aufweisen. Der Vorteil hierbei: die Nebenwirkungen und Langzeitschäden
laufen gegen Null.
Akupunktur: Diese Behandlung kann/soll Epi positiv beeinflussen.
Da bei meinem Kater gerade diese Behandlung durchgeführt wird, möchte
ich noch abwarten, bevor ich in Jubelgeschrei ausbreche. Ich beschreie
kleine Erfolge schon lange nicht mehr, da danach immer was passiert ist,
was den Erfolg zunichte gemacht hat. Ja, die Epi hat mich in gewisser
Weise abergläubisch gemacht. Nur soviel: meinem Kater Freddy bekommt die
Akupunktur gut (*klopfaufholz*). Aber wie gesagt, ich warte noch das Ende
des Zyklus ab - drückt die Daumen.
Reiki: nach einem Anfall kann Reiki durch einen Chakrenausgleich die Katze
wieder ins energetische Gleichgewicht bringen. Sie beruhigt und erholt
sich schneller von einem Anfall. Reiki NIE während eines Anfalls geben!!
Nur danach!
TTouch: hier sollte man sich von einem erfahrenen Practioner zeigen lassen,
wie bestimmte Griffe angewandt werden. Man muss hier auch unterscheiden,
welche Griffe während eines Anfalls gut tun und welche nicht. Mehr Infos
findet ihr unter: http://www.tteam.de
oder http://www.lindatellington-jones.com/ttouch.htm
Vorsicht mit Narkosen!
Unbedingt beachten! Keine Narkose!!!! Narkosen sollten
bei EpiKatzen nur im äußersten Notfall erfolgen, da hier das Risiko viel
zu hoch liegt. Wenn überhaupt sollte man die Katze mit der Maske narkotisieren
oder nur stark beruhigen. Weitere Infos unter "Welche
Narkose bei EpiKatzen"
Wie schütze ich meine
EpiKatze?
Krallenschneiden: Vorsicht vor den scharfen Krallen. Sie
können während des Anfalls ausgefahren sein Durch regelmäßiges Entspitzen
der Krallen vermindert man die Verletzungsgefahr für die Katze und den
Halter.
Herunterfallende Gegenstände: Stellt alle Gegenstände die
zerbrechen können, außerhalb der Reichweite von der Katze. Vasen, Figuren
aus Porzellan o.ä. sollte man Wegschließen, damit die Katze die Sachen
in einem Anfall nicht umschmeißen und sich daran verletzten kann.
Stürze der EpiKatze: Verhindert den Zugang zu höher gelegenen
Plätzen, polstert den Boden rund um den hohen Kratzbaum auf dem sie schläft
mit Kissen, damit die Katze bei einem Anfall weich fällt.
Die Gummizelle: Haltet die "Gummizelle" für die Rennanfälle
immer griffbereit.
Indiz für einen drohenden Anfall kann
sein
- Appetitmangel (bei Freddy Verweigerung von Dosenfutter)
- Aggression der Mitkatzen gegenüber der EpiKatze
- Ohrenzucken
- abgespreizte Zehe am Hinterlauf
- fehlendes "Würstchen" im Katzenklo (1-2 Tage gegenüber der sonstigen
Angewohnheit)
- übermäßig schreckhaft / hohe Nervosität
- ungewöhnliche Geräusche (z.B. Bauarbeiten vorm Haus)
- Katze mag es nicht am Kopf gestreichelt zu werden
- zieht sich zurück und will in Ruhe gelassen werden
- unruhiges hin- und herlaufen
- glasiger Blick
Das Epi-Tagebuch
Legt ein Tagebuch an, worin ihr alles aufschreibt, was
euch bei den Anfällen auffällt (Wetter, Geräusche, Uhrzeit, Ausprägung
und Dauer des Anfalls) Vermerkt auch die Behandlungsform und jede Veränderung
der Dosierung. Auch wenn kein Anfall passiert ist, so solltet ihr ungewöhnliche
Ereignisse protokollieren, z.B. Renovierungsarbeiten, Feuerwerk, Prügelei
mit anderen Katzen, TA-Besuch, Urlaub, Fete etc.
Dies ist nur eine vorläufige Liste. Sie wird von mir bei
neuen Erkenntnissen ergänzt oder korrigiert. Ich hoffe, ich konnte euch
damit helfen, Licht in das Dunkle zu bringen.
Ina aus Berlin SOSEpikatzen@aol.com
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